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Dr. Klaus von Schirach
München

AUTOR: EUGEN E. HÜSLER
FOTO: BRUCKMANN VERLAG


Sie gehören zu den bekanntesten Felsgebilden der Alpen und wahrscheinlich der ganzen Welt: die "Drei Zinnen" in den Sextener Dolomiten! Und dort zu klettern, ist schon etwas gewaltiges. Wir sind durch die Südwand auf die Große Zinne, und zwar auf der leichtesten Tour, dem Normalweg, UIAA III (inzwischen auch mit eIV bewertet) gestiegen.

Talort und Ausgangspunkt:

Cortina d'Ampezzo, Auronzo-Hütte (mautpflichtige Straße)

Anforderungen:

III, überwiegend II, (eIV in der Ernsthaftigkeitsbewertung) Kletterlänge: 650m, Kletterzeit: Angabe lt. Führer 4 Std., wir haben durchschnittlich 6 Std. gebraucht.

Der Zustieg:
Vom Parkplatz an der Auronzo-Hütte, 2330m, auf hervorragendem Weg in ca. 25 min in Richtung Rifugio Lavaredo bis zur kleinen Kapelle, dort den Weg verlassen und auf Steigspuren in die Scharte zwischen Großer und Kleiner Zinne, ca. 30 min. Den Einstieg vermittelt ein deutlich erkennbares gewaltiges Rinnen-/Kaminsystem, dass man von rechts über eine Rampe ersteigt.

Die Route:
(kein Anspruch auf Vollständigkeit - die Wand ist einfach zu groß) Man steigt über die Rampe in den Grund des Kamin (ca. 40m) und folgt dem Kanin, teilweise an der linken Wand bis in die erste unübersehbare Scharte zwischen Südwand und pyramidenartigen Vorbau (ca. 60m)

Die erste Scharte verlässt man leicht links querend/ansteigend in Richtung einer kleinen Plattform, dann weiter durch eine nach oben führende Rinne bis zu deren Ende (2. Scharte). Dann weiter links durch breite Schlucht (Gehgelände) aufwärts in die 3. Scharte. Dort steht man direkt unter der eigentlichen Südwand der Großen Zinne. Die Scharte verlässt man leicht rechtshaltend über ein steiles Wandl (III) und folgt dann den deutlich erkennbaren Spuren (teilweise Steinmänner) über Rampen bis in Höhe von zwei Gedenktafeln, die an großen, teilweise überhängenden Pfeilern angebracht sind.

Man hat dort praktisch drei Rinnen vor sich - wir haben uns für die ganz rechte entschieden, die man problemlos seilfrei durchsteigen kann. Man muss dann nach dem Ausstieg allerdings weit links queren bis an die Rinne, die oben in eine schräg geneigte riesige Platte mündet. Man steigt links neben der Rinne den Pfeiler hinauf (III) und hat an dessen Ende die bis dahin unsichtbare Schlüsselstelle vor sich: den rechts hinter einer Platte befindlichen Kamin (III) Durch den recht mühevoll, da verdammt glatt, aufwärts in eine Scharte - aus der links die steile Wand bis zu einem Ring aussteigen. Vom Ring steigt man etwas höher und quert man auf einem guten Band mit einem riesigen Block nach links in einen kleinen Kessel, den man an der Wand oder über einen Riss, der nach oben immer leichter wird, verlässt.

Man "landet" auf dem Ringband mit herrlichem Blick auf die Kleine Zinne. Dem Ringband folgt man bis zu einem Steinmann, von dem deutliche Aufstiegsspuren zum Gipfel führen. Allerdings geht es noch einmal durch einen kurzen glatten Kamin. An deren Ende links ansteigend durch eine Rinne, nach ihr rechts weiter und nur wenige Meter später kommt eine spannende Querung um einen glatten Block, die angeblich nur II sein soll. Dann noch ca. 3m Verschneidung und man erblicht links den über gestuftes Gelände gut zu erreichenden Gipfel. Abstieg: Über die gleiche Route zurück, teilweise abseilen. Absicherung: Es gibt drei gute Ringe in der Wand, die zugleich als Abseilring an den Schlüsselstellen dienen. Hin und wieder finden sich ältere Schlingen und Haken.


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