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Heiko Melcher

Medizin- und Arztrecht
Verwaltungsrecht
Freiburg

Es gibt unter den männlichen Heranwachsenden allerlei Berufswünsche. Ein recht früher ist der des Lokomotivführers, später verlagert sich das Ansinnen von der Schiene in die Lüfte; nicht selten sieht sich der Junge dann in schmucker Uniform als Pilot am Steuerknüppel eines Jumbos. Auch Kriminalist oder Detektiv stehen auf der Wunschliste mit an vorderer Stelle. Dass aber jemand in einem recht zarten Alter seine Neigung zum Anwaltsberuf entdeckt, ist die absolute Ausnahme.

Bei Heiko Melcher freilich war es so. Schon in frühen Teenager-Jahren ist für ihn klar: Ich werde Rechtsanwalt. Beeinflusst hat ihn hierzu nicht etwa der Vater, der im häuslichen Kreis von interessanten Fällen vor Gericht zu erzählen weiß. Nein, es ist das politische Umfeld, in dem dieser Entschluss reift. Heiko Melcher war und ist ein Homo Politikus, quasi von Kindesbeinen an. Es ist eine aufregende Zeit, in der er aufwächst. Die Friedensbewegung zieht ihn an, die Auseinandersetzung um die Nachrüstung in den frühen achtziger Jahren, die Stationierung der Pershing-Raketen in der Bundesrepublik – das sind die Themen, die in ihm den Entschluss reifen lassen, die Politik mitgestalten zu wollen. Und konsequent schließt er sich dann auch zum frühest möglichen Zeitpunkt, nämlich mit seinem 14. Geburtstag, den Jungdemokraten, der Jugendorganisation der Freien Demokraten  an. Und hier geschieht es: In der FDP gab es viele Juristen, die dem hoffnungsvollen Nachwuchs-Politiker ein Vorbild waren – und bei ihm den Wunsch nach einem Jura-Studium wecken.

Dies nimmt der am Niederrhein geborene Heiko Melcher dann in Freiburg in Angriff, absolviert es auch dort – und ist der Stadt bis zum heutigen Tag treu geblieben. „Die Lebensqualität ist hier sehr hoch. Hinzukommt, dass man die Dinge hier entspannter nimmt als anderswo“, so definiert er die Vorzüge seiner Wahlheimat. In einem solch positiven Umfeld arbeiten zu können, empfindet er als ausgesprochenen Glücksfall. Begonnen hat er seine Karriere nach dem zweiten Examen im Jahr 1994 in der Kanzlei Dr. Hansen & Coll., wo man sich vor allem dem Arbeits- und Familienrecht widmet. So beginnt auch Heiko Melcher zunächst, verlegt sich dann aber auf das Verwaltungs- und Medizinrecht, avanciert im Jahr 2000 zum Partner in der schließlich von 2007 an unter „Schnepper Melcher Rechtsanwälte“ firmierenden Kanzlei. Er bleibt auch während seiner Berufstätigkeit im örtlichen Bereich politisch engagiert, doch von der FDP hat er sich abgewandt, seine Anwaltstätigkeit und die Familie mit zwei Kindern nehmen ihn in Beschlag.

Verwaltungs- und Medizinrecht – auf den ersten Blick eine etwas ungewöhnliche Kombination. Aber es gibt sehr wohl Nahtstellen dort, beispielsweise um das Kassenarztrecht, um das Zulassungswesen, das bedarfsgesteuert ist. Und dieses ganze Kassenarztwesen ist bei den Sozialgerichten angesiedelt, damit also Verwaltungsrecht, da die Sachverhalte stets mit einer Behörde zu tun haben, seien es die Kassenärztliche Vereinigung oder die Krankenkassen.

Heiko Melcher war und ist ein Homo Politikus, quasi von Kindesbeinen an.

Heiko Melchers Ziel ist es, die Ärzte, Zahnärzte oder auch andere Heilberufe rundherum zu betreuen, also nicht nur in originär medizinischen Fragen, sondern auch bei Zulassungsfragen, Praxisfinanzierung und manches mehr. In diesem Zusammenhang hat er zusammen mit einem Mediator und einem Experten für Öffentlichkeitsarbeit eine Institution mit dem Namen "Freiburger Ärzteberatung" gegründet, die eine Art Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte darstellt.
Beispiel gefällig? Heiko Melcher erzählt von einem Fall einer internistischen Facharzt-Praxis, die zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Als sich das Trio auf Wunsch einer Bank dort einschaltet, stellt sich heraus, dass die internen Abläufe in der Praxis im Argen liegen, dass es keinen vernünftigen Auftritt nach außen gibt und dass man mit teuren Überziehungskrediten arbeitet. In Kenntnis dieser Schwachstellen wurde schließlich ein umfassendes Konzept erarbeitet, das sich derzeit in der Einführungsphase befindet. Die Bemühungen auf diesem Feld schließen so ziemlich alles ein, was eine Praxis nach innen und außen erfolgreich macht, inklusive beispielsweise die Einrichtung einer ansehnlichen Homepage.Das Medizinrecht macht rund die Hälfte von Heiko Melchers Schaffen aus. Aber er beackert nicht alle medizinrechtlichen Konstellationen.



So ernst Heiko Melcher seine Arbeit nimmt - sie ist nicht sein ganzes Leben.


Zum Beispiel vertritt er keine Krankenhäuser gegen Patienten oder Patienten gegen niedergelassene Ärzte. Denn hier kann es leicht zu Interessenskonflikten kommen, weil er ja nicht nur im Rahmen der „Freiburger Ärzteberatung“ Ärzte und andere Heilberufe in allen Rechtsfragen vertritt. So auch Zahnärzte, wo es dann um Fragen geht: War die Behandlung zu schmerzhaft, wurden Brücken oder Implantate fachgerecht eingebracht, war die Aufklärung offen und ausreichend?

Welch schwierige Gemengelage sich mitunter bei Fällen ergibt, die Heiko Melcher auf den Tisch bekommt, lässt sich an folgendem Beispiel illustrieren:Ein schon etwas älteres Ehepaar erwartet nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind. Während der Schwangerschaft ist soweit alles in Ordnung, es ist aber trotz der erkennbaren Risiken eine Hausgeburt geplant. Die Eltern reagieren nicht, obwohl der errechnete Geburtstermin schon zwölf Tage verstrichen ist. Trotz erheblicher Schwierigkeiten wartet die Hebamme nach dem Einsetzen der Wehen viele Stunden, bis man endlich ins Krankenhaus fährt. Dort kommt das Kind zur Welt – tot, weil sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt hat.

Die derzeit laufenden Verhandlungen zu diesem Fall zeigen deutlich, wie auf allen Seiten Fehler gemacht wurden, auch auf Seiten der Ärzte, die auf die Probleme einer möglicherweise nicht einfachen Geburt aufmerksam hätten machen müssen, es aber nicht getan haben.Ein anderer Fall, den Heiko Melcher derzeit unter Mitwirkung der D.A.S.-Prozessfinanzierung betreibt, betrifft eine Frau, die wegen einer Nierenuntersuchung in die Uniklinik Freiburg behandelt wurde. Während dieser Behandlung trat plötzlich eine Harnsäurespiegel-Steigerung auf. Den wollte die Klinik senken und setzte dazu ein Medikament ein, das nur bei einer Chemotherapie verwendet werden darf. Damit liegt offensichtlich ein sogenannter Off-label-use vor, der sich in diesem Fall äußerst verhängnisvoll ausgewirkt hat: Die Frau hat als Folge dieser Behandlung einen zerebralen Gehirnschaden erlitten und ist seither ein Pflegefall. Dass hier ein Versäumnis des Krankenhauses vorliegt, davon ist Heiko Melcher überzeugt; bestärkt wird er in dieser Meinung durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, das zu dem Ergebnis kommt, dass eindeutig ein Behandlungsfehler vorliegt.

So ernst Heiko Melcher auch seine Arbeit nimmt – sie ist nicht sein ganzes Leben. Dazu ist er zu sehr Familienmensch, nimmt regen Anteil an der Entwicklung seiner Kinder von derzeit 14 und 16 Jahren. Wenn es die Zeit erlaubt, dann kocht er für die ganze Familie, zum Beispiel Ossobuco, das er dann am liebsten mit einem piemontesischen Rotwein genießt. Wie überhaupt seine Zuneigung der italienischen Küche gilt, trotz der Nähe zu Frankreich. „Die französische Küche wird häufig überschätzt“, findet er. Und schließlich ist da noch der Fußball. Als Dauerkarten-Besitzer beim SC Freiburg ist es Ehrensache, dass er – wenn immer es geht – bei den Heimspielen als eingefleischter Stehplatzbesucher im Badenova-Stadion ist und mitfiebert, ob Demba Cissé auch diesmal wieder trifft.

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